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Handgemachtes verkaufen - lohnt sich das?

Handgemachtes verkaufen - lohnt sich das?
von aponto Team 17. Dezember 2016 4879 Anzeigen Keine Kommentare

Handgemachte Produkte fördern die Kreativität, sind oft hochwertig und die Herstellung erfolgt mit viel Liebe & Sorgfalt. Aber lohnt sich Mühe und Aufwand um die Produkte in aufwendiger Handarbeit herzustellen und den Vertrieb zu organisieren? Wir meinen ja, doch der Erfolg kommt oft nicht von allein und es gilt einige wichtige Dinge zu bedenken. In diesem Artikel möchten wir auf die verschiedenen Einflüsse etwas näher eingehen. Die wohl zwei gewichtigsten Faktoren sind Nachfrage und Preis. Aber auch die Verkaufslokalitäten wollen sorgfältig ausgewählt werden.

Verkaufspreise

Wie Endpreise kalkuliert werden ist u.a. abhängig von Herkunft und Produktionsbedingungen. So kalkuliert ein privates Atelier das durch den Verkauf selbstgemachter Produkte ein Nebeneinkommen erzielen möchte in der Regel anders wie eine Manufaktur oder eine gemeinnützige Institution welche Mitarbeiterlöhne zu begleichen hat. Gemäss unseren Erfahrungen verkaufen Private die den Verkauf als Hobby betreiben ihre Produkte oft unter den eigentlichen Gestehungskosten. Dies geschieht jedoch nicht in der Regel nicht auf eigenen Wunsch, sondern Käufer sind oft nicht bereit für die vielen Stunden aufweniger Handarbeit den wirklichen Preis zu bezahlen. Die Chancen für erfolgreiche Verkäufe mit entsprechendem Verdienst stehen also besser für Produkte die mit kleinerem Zeitaufwand herzustellen sind.

Die Nachfrage & die Trends

Noch positiver sieht es für Produkte aus die zusätzlich im Trend liegen und eine entsprechend höhere Nachfrage haben. Oft sind dies auch Produkte die ästhetisch elegant daherkommen. Damit die Nachfrage längerfristig gewährleistet ist ist eine entsprechend gute Verarbeitungsqualität Voraussetzung. Die Nachfrage ist natürlich auch saisonalen Schwankungen unterworfen, aber der Trendfaktor macht oft den entscheidenden Unterschied.

Die Verkaufsumgebung

Hierzu zählen Faktoren wie

  • > Shop auf Online Marktplätzen
  • > Shop auf eigener Webseite
  • > Marktstände auf offenen Märkten
  • > soziale Netzwerke

aber auch Dinge wie

  • > Produktegestaltung & Beschreibung
  • > Produktebilder
  • > Verpackung & Preisschilder

Eine der ersten Fragen die sich Macher von handgemachten Produkten stellt, ist die Frage nach dem optimalsten Verkaufsstandort. Neben klassischen Märkten wird Handgemachtes heute zunehmend auch online verkauft. Viele Anbieter nutzen auch beide Kanäle. Aber rechtfertigt sich der Zusatzaufwand auch wirklich? Und brauche ich in sozialen Netzwerken aktiv zu sein um meine Verkäufe anzukurbeln?

Online oder Offline Verkaufen

Beide Varianten haben Ihre Vor- und Nachteile. Gemeinsam ist beiden, dass erfolgreicher verkauft, wer neben den beiden erstgenannten Faktoren (Preis/Nachfrage) auf eine gute Produktegestaltung resp. Beschreibung achtet. Auf Online Marktplätzen ist dies umso wichtiger denn Produkte verkaufen sich hier vor allem über eine klare & transparente Beschreibungen und bildlich attraktive Darstellungen. Auf Marktständen ist die Präsentation natürlich ebenfalls hilfreich, der/die Verkäufer/in kann den Verkaufsprozess jedoch zusätzlich noch beeinflussen.

Kosten & Aufwand für Marktplätze und Marktstände

Dieses sind ebenfalls bedeutende Faktoren die es zu berücksichtigen gilt. Denn bevor sich Verkäufe auszahlen, gilt es diese Kosten durch Verkäufe zu egalisieren. Manch ein Verkäufer mit seinen selbstgemachten Produkten dürfte Mühe haben die Kosten für einen Marktstand zu decken. Als hochpreisiges Beispiel gilt z.B. der Weihnachtsmarkt am Bellevue in Zürich. Hier kostet in der letzten Adventswoche ein Stand happige CHF 1900. Also ist es vermutlich sinnvoller erst klein anzufangen und Erfahrungen zu sammeln. Auf Koffermärkten oder anderen kleineren Märkten bekommt man einen Stand schon ab CHF 30 bis 100. Generell kalkulierbarer sind jedoch Online Marktplätze. Über Etsy.com lässt sich vor allen international verkaufen und in Deutschland ist DaWanda etabliert. Beide Portale sind jedoch sehr gross und zuweilen für Käufer etwas unübersichtlich. Mehr Sichtbarkeit muss oft teuer erkauft werden. In der Schweiz gibt es neben aponto.ch noch weitere Matktplätze für Selbstgemachtes & Handgemachtes. So z.B. ansalia, Hand & Kunst, guzuu & faircustomer. Die Plattformen unterscheiden sich an einigen Stellen und haben zum Teil verschiedene Schwerpunkte. Einkünfte generieren diese Online Märkte über Einstell-, Verkaufs- und/oder Werbegebühren. Alle diese Kosten gilt es bei der Preisgestaltung zu berücksichtigen.

Fazit

Ob sich mit all diesen Herausforderungen der Verkauf von Handmade Produkten lohnt? Möchte damit ein Produzent ein finanzielles Auskommen erzielen, dann ist es wie auch in anderen Branchen wohl keine einfache Sache. Nebenverdienste sind schon eher machbar, auch wenn der Aufwand den Ertrag schnell mal übersteigen kann. Etwas einfacher hat es wer z.B. nur sein Hobby finanzieren möchte. Aber auch hierzu ist einiges an Organisation nötig. Für einige steht jedoch das Finanzielle nicht im Vordergrund, sondern viel mehr die Freude am kreativen Werken. Ob sich der Verkauf lohnt oder gelohnt hat ist also sehr individuell. Wir von aponto hoffen natürlich, dass wir mit unserem Angebot so viele Produzenten und Verkäufer wie möglich ansprechen und so unseren Beitrag leisten können damit sich das handwerkliche Engagement für Künstler, Handwerker und kreative Köpfe auch lohnt.

Wer hat zum Thema eigene Erfahrungen gemacht und möchte diese hier teilen? Ihre Meinung interessiert uns!

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